Frau hält Hand ans Ohr mit geschlossenen Augen – Schwindel und Tinnitus in den Wechseljahren

Schwindel und Tinnitus in den Wechseljahren: Ursachen und was hilft

Frau hält Hand ans Ohr mit geschlossenen Augen – Schwindel und Tinnitus in den Wechseljahren
Frau hält Hand ans Ohr mit geschlossenen Augen – Schwindel und Tinnitus in den Wechseljahren

Gemeinsam schauen wir auf

Wenn die Welt sich dreht: Schwindel in den Wechseljahren

Schwindel gehört zu den weniger bekannten, aber durchaus häufigen Symptomen der Wechseljahre. Plötzlich wird dir schwarz vor Augen, der Boden scheint zu schwanken, oder du hast das Gefühl, dich nicht mehr sicher auf den Beinen halten zu können. Für viele Frauen ist das verunsichernd – besonders wenn sie den Zusammenhang mit den Wechseljahren nicht kennen. Schwindel Tinnitus Wechseljahre – diese Kombination betrifft mehr Frauen als gedacht.

Warum Östrogen deinen Gleichgewichtssinn beeinflusst

Östrogen beeinflusst die Durchblutung des Innenohrs, wo dein Gleichgewichtsorgan sitzt. Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Durchblutung des Vestibularapparats beeinträchtigt werden – und damit dein Gleichgewichtssinn. Zusätzlich können Blutdruckschwankungen, die in den Wechseljahren häufiger auftreten, zu kurzzeitigem Schwindel führen, besonders beim schnellen Aufstehen.

Verschiedene Arten von Schwindel

Drehschwindel fühlt sich an, als würde sich alles um dich herum drehen – wie auf einem Karussell. Schwankschwindel gibt dir das Gefühl, als würdest du auf einem Schiff stehen. Benommenheitsschwindel ist eher ein dumpfes, unsicheres Gefühl, als wärst du nicht ganz da. In den Wechseljahren tritt häufig der Schwank- und Benommenheitsschwindel auf, oft in Kombination mit Hitzewallungen.

Weitere Ursachen ausschließen

Wichtig: Nicht jeder Schwindel in den Wechseljahren ist hormonell bedingt. Lass folgende Ursachen ärztlich ausschließen: Blutdruckprobleme (zu niedrig oder zu hoch), Eisenmangel oder Blutarmut (häufig bei starken Periodenblutungen in der Perimenopause), Schilddrüsenerkrankungen, Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS), sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Besuch bei deiner Hausärztin oder einem HNO-Arzt bringt Klarheit.

Tinnitus in den Wechseljahren: Das Rauschen im Ohr

Ohrgeräusche – Pfeifen, Brummen, Rauschen oder Klingeln – können in den Wechseljahren erstmals auftreten oder sich verschlimmern. Der Zusammenhang wird oft übersehen, ist aber hormonell erklärbar.

Die hormonelle Verbindung

Östrogen schützt die feinen Haarzellen im Innenohr und fördert die Durchblutung des Hörorgans. Sinkt der Östrogenspiegel, können diese Schutzmechanismen nachlassen. Zusätzlich können Veränderungen im Serotonin- und Noradrenalinspiegel die Wahrnehmung von Geräuschen im Gehirn verstärken. Auch Stress, Schlafmangel und Ängste – alles häufige Begleiter der Wechseljahre – können Tinnitus auslösen oder verschlimmern.

Was hilft bei Schwindel und Tinnitus?

Gegen Schwindel

  • Gleichgewichtstraining: Tai Chi, Yoga und einfache Balance-Übungen (auf einem Bein stehen) stärken den Gleichgewichtssinn
  • Langsam aufstehen: Morgens erst am Bettrand sitzen bleiben, bevor du aufstehst
  • Ausreichend trinken: Dehydration verschlimmert Schwindel – mindestens 1,5–2 Liter täglich
  • Blutzucker stabil halten: Regelmäßige kleine Mahlzeiten statt langer Essenspausen
  • Ingwer: Frischer Ingwertee kann Schwindel und Übelkeit lindern

Gegen Tinnitus

  • Stressreduktion: Stress ist einer der stärksten Tinnitus-Trigger – Entspannungstechniken helfen nachweislich
  • Hintergrundgeräusche: Leise Musik, Naturgeräusche oder White Noise können den Tinnitus überlagern
  • Koffein und Alkohol reduzieren: Beides kann Tinnitus verstärken
  • Guter Schlaf: Schlafmangel verschlimmert die Wahrnehmung von Ohrgeräuschen
  • Magnesium: Kann die Durchblutung des Innenohrs verbessern – 300–400 mg täglich
  • Ginkgo biloba: Verbessert die Durchblutung – Studienlage gemischt, aber von einigen Frauen als hilfreich empfunden

Wann zum Arzt?

Schwindel und Tinnitus sollten immer ärztlich abgeklärt werden, wenn sie plötzlich und stark auftreten, von Hörminderung begleitet sind, dich im Alltag einschränken, mit Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen einhergehen, oder wenn sie länger als 2 Wochen anhalten. Eine Hormonersatztherapie kann in manchen Fällen sowohl Schwindel als auch Tinnitus bessern, da sie den Östrogenspiegel stabilisiert.

Häufige Fragen

Geht der Schwindel nach den Wechseljahren wieder weg?

In vielen Fällen ja. Wenn der Schwindel hormonell bedingt ist, bessert er sich häufig in der Postmenopause, wenn sich die Hormonspiegel auf einem niedrigeren, aber stabilen Niveau eingependelt haben. Gleichgewichtstraining beschleunigt die Besserung.

Kann Tinnitus durch die Wechseljahre ausgelöst werden?

Ja, der hormonelle Zusammenhang ist wissenschaftlich plausibel. Östrogen schützt das Innenohr und beeinflusst die Geräuschverarbeitung im Gehirn. Ein Tinnitus, der in der Perimenopause erstmals auftritt, kann durchaus hormonell mitbedingt sein – andere Ursachen sollten aber immer ausgeschlossen werden.

Geschrieben von:

Porträt einer Frau mittleren Alters, lächelnd, sitzt in heller Umgebung. Ruhige, professionelle Ausstrahlung. Klassisches Autoren-/Redaktionsportrait.

Anna Neumann

Gesundheitsjournalistin & Expertin für Frauenwohlbefinden

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