Zwei Frauen teilen eine gesunde Mahlzeit – bewusste Ernährung in den Wechseljahren

Ernährung in den Wechseljahren: Was dein Körper jetzt wirklich braucht

Zwei Frauen teilen eine gesunde Mahlzeit – bewusste Ernährung in den Wechseljahren
Zwei Frauen teilen eine gesunde Mahlzeit – bewusste Ernährung in den Wechseljahren

Gemeinsam schauen wir auf

Ernährung in den Wechseljahren: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kein Lebensmittel ersetzt Östrogen. Ernährung ist aber eine gute Grundlage für Knochen, Herz und Muskeln.
  • Dein Stoffwechsel bricht nicht ein. Der Energiebedarf sinkt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) nur um rund 100 bis 200 Kilokalorien am Tag. Es verschiebt sich vor allem die Körperzusammensetzung.
  • Knochen brauchen Calcium und Vitamin D. Ziel sind etwa 1.000 mg Calcium am Tag, am besten aus Lebensmitteln. Vitamin D bildet die Haut vor allem im Sonnenlicht.
  • Soja: Lebensmittel ja, Präparate mit Bedacht. Tofu und Sojadrink sind in üblichen Mengen unbedenklich, außer bei Sojaallergie. Bei Isoflavon-Präparaten ist die Wirkung gering, die Studienlage uneinheitlich, und es gelten Sicherheitsgrenzen.
  • Gegen Hitzewallungen kann Ernährung wenig ausrichten. Empfohlen wird am ehesten Abnehmen bei Übergewicht, gestützt auf kleine Studien. Bei starken Beschwerden ist ärztliche Beratung sinnvoller als Diät-Experimente.

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Ernährung bei Östrogenmangel: Was sie leisten kann und was nicht

Bei Östrogenmangel hoffen viele Frauen auf Lebensmittel, die das fehlende Hormon ersetzen. Die gibt es nicht. Isoflavone aus Soja binden zwar an Östrogenrezeptoren, bevorzugt an den Typ ER-β, haben aber sowohl östrogenähnliche als auch östrogenhemmende Eigenschaften. Die wirksamste Behandlung von Hitzewallungen bleibt laut der nordamerikanischen Fachgesellschaft The Menopause Society die Hormonersatztherapie. Ob sie für dich passt, entscheidest du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Ernährung setzt dort an, wo sich der Körper im Übergang verändert; was ein Östrogenmangel sonst noch bewirkt, liest du in einem eigenen Beitrag.

  • Knochen: Rund um die letzte Periode beschleunigt sich der Knochenabbau, wie die US-Langzeitstudie SWAN zeigt. Wichtig sind Calcium und Vitamin D.
  • Muskeln und Fett: Im Übergang verschiebt sich die Körperzusammensetzung hin zu mehr Fett und weniger Muskeln. Wichtig sind Eiweiß und Krafttraining.
  • Herz und Gefäße: Das mediterrane Essmuster wurde in einer großen Studie geprüft.
  • Hitzewallungen: Hier kann Ernährung wenig ausrichten. Den Östrogenspiegel anheben kann sie nicht.

Stoffwechsel in den Wechseljahren: weniger Energie, fast gleicher Nährstoffbedarf

Der Energieverbrauch bricht nicht ein

Oft heißt es, der Stoffwechsel sacke in den Wechseljahren um mehrere hundert Kilokalorien ab. Eine 2021 in Science veröffentlichte Auswertung von Energiemessungen bei Menschen bis 95 Jahre fand: Der gesamte Energieverbrauch bleibt, bezogen auf die fettfreie Körpermasse, zwischen 20 und 60 Jahren stabil. Beim Ruheumsatz deutete sich ein Rückgang ab Mitte 40 an, der wegen weniger Messungen in diesem Alter unsicher ist. Die Wechseljahre selbst hat die Studie nicht gesondert untersucht.

Auch die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sinken nur leicht: Frauen von 25 bis unter 51 Jahren brauchen je nach Aktivität (PAL 1,4, 1,6 oder 1,8) 1.800, 2.100 oder 2.400 Kilokalorien am Tag, Frauen von 51 bis unter 65 Jahren 1.700, 2.000 oder 2.200. Der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß bleibt weitgehend gleich, der Eisenbedarf sinkt nach der Menopause.

Was sich wirklich verändert: die Körperzusammensetzung

Dass die Hose trotzdem enger wird, liegt vor allem an der Verschiebung von Muskeln zu Fett; warum die Waage dabei täuschen kann, steht im Expertenwissen am Ende des Beitrags. Warum viele Frauen in den Wechseljahren zunehmen und was beim Abnehmen hilft, erklären wir ausführlich. Bei Heißhunger und wachsendem Bauchumfang lohnt ein Blick auf Insulinresistenz in den Wechseljahren.

Eiweiß: wichtig, aber kein Wundermittel

Die DGE empfiehlt bis 65 Jahre 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei 70 Kilogramm also rund 56 Gramm. Ob Frauen in der Lebensmitte mehr brauchen, ist nicht geklärt. Gute Quellen sind Joghurt, Käse, Hülsenfrüchte, Tofu, Fisch und Eier, verteilt auf die Mahlzeiten. Für die Muskeln wirkt Eiweiß vor allem zusammen mit Training, mehr dazu im Beitrag Krafttraining in den Wechseljahren.

Dein Teller in den Wechseljahren: die DGE-Empfehlungen in Mengen

Konkreter als „viel Gemüse, wenig Zucker“ sind die Orientierungswerte der DGE von 2024. Sie gelten für etwa 2.000 Kilokalorien; brauchst du weniger, werden die Portionen kleiner.

  • Gemüse und Obst: mindestens 5 Portionen à etwa 110 Gramm am Tag.
  • Getreide, Brot, Nudeln, Reis: 5 Portionen à 60 Gramm am Tag, davon mindestens ein Drittel Vollkorn.
  • Hülsenfrüchte: mindestens eine Portion (125 Gramm gekocht) pro Woche.
  • Nüsse und Samen: 25 Gramm am Tag.
  • Pflanzenöl: 1 Esslöffel am Tag, bevorzugt Rapsöl.
  • Milch und Milchprodukte: 2 Portionen am Tag, zum Beispiel 250 Gramm Milch, 150 Gramm Joghurt oder 30 Gramm Käse.
  • Fisch: 1 bis 2 Portionen à 120 Gramm pro Woche.
  • Fleisch und Wurst: höchstens 300 Gramm pro Woche.
  • Getränke: rund 1,5 Liter am Tag, am besten Wasser oder ungesüßter Tee. Zuckergesüßte und alkoholische Getränke empfiehlt die DGE nicht.
  • Süßes, Salziges, Fettiges: besser stehen lassen, auch versteckt in verarbeiteten Lebensmitteln. Viel davon erhöht laut DGE das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Dazu kommen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe am Tag aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Nüssen. Steigere die Menge langsam, vor allem wenn dein Bauch auf Hülsenfrüchte empfindlich reagiert.

Eine spezielle „Wechseljahres-Diät“ brauchst du nicht. Ob Mischkost, weniger Kohlenhydrate oder Intervallfasten: Wichtig ist, dass die Form in deinen Alltag passt und genug Eiweiß, Calcium und Ballaststoffe liefert.

Knochen schützen: Calcium, Vitamin D und genug Energie

Wie hoch dein persönliches Risiko ist und wann eine Knochendichtemessung sinnvoll ist, erklärt der Beitrag Osteoporose in den Wechseljahren vorbeugen.

Calcium: 1.000 mg, am besten aus Lebensmitteln

Die DGE empfiehlt Frauen 1.000 mg Calcium am Tag, die Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) ebenso als Gesamtzufuhr aus Essen und Getränken; Präparate kommen nur dazu, wenn das nicht reicht. Die besten Quellen sind Milch und Milchprodukte. Mineralwasser mit mehr als 150 mg Calcium pro Liter (siehe Etikett) trägt spürbar bei, ebenso Brokkoli, Grünkohl, Rucola, Nüsse und Samen. Bei Nierensteinen, zu viel Calcium im Urin, einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder aktiven granulomatösen Erkrankungen wie Sarkoidose gelten laut DVO Ausnahmen für Calcium und Vitamin D; besprich das ärztlich.

Vitamin D: Sonne zuerst

Über das Essen nimmst du kaum Vitamin D auf, den Großteil bildet deine Haut im UVB-Licht; Sonnenbrand solltest du dabei vermeiden. Bildet der Körper nichts selbst, nennt die DGE einen Schätzwert von 20 Mikrogramm (800 IE) am Tag. Bist du selten draußen, bedeckst du deine Haut meist, hast du dunkle Haut oder bist du älter, kann ein Präparat in dieser Höhe sinnvoll sein; sprich das ärztlich ab.

Mehr sollte es ohne ärztliche Begleitung nicht sein: Für frei verkäufliche Präparate empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 800 IE pro Tagesdosis, weil zu viel Vitamin D den Calciumspiegel im Blut zu stark erhöhen kann. Die DVO-Leitlinie geht ebenfalls von 800 IE aus und setzt die Obergrenze für Präparate bei 2.000 bis 4.000 IE. Mehr im Beitrag Vitamine und Nahrungsergänzung in den Wechseljahren.

Kein Crash: Untergewicht schadet den Knochen

Mit strengen Diäten tust du deinen Knochen keinen Gefallen. Der DVO hält einen Body-Mass-Index über 20 für erstrebenswert und führt niedrigere Werte als Risikofaktor für Knochenbrüche. Bei erhöhtem Sturzrisiko empfiehlt er ab 65 Jahren 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Rauchen und riskanter Alkoholkonsum schaden den Knochen zusätzlich.

Herz und Gefäße: was das Mittelmeer-Muster leisten kann

In der spanischen PREDIMED-Studie bekamen 7.447 Menschen von 55 bis 80 Jahren mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko, 57 Prozent davon Frauen, eine Mittelmeerkost mit extra Olivenöl oder Nüssen oder den Rat, Fett zu sparen. In knapp fünf Jahren hatten die Mittelmeer-Gruppen rund 30 Prozent weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, absolut 3,8 und 3,4 statt 4,4 Prozent. Die Teilnehmenden waren älter und hatten ein hohes Risiko; für jüngere, gesunde Frauen ist der Nutzen nicht direkt belegt.

Umsetzen kannst du das Muster mit den DGE-Mengen: Raps- oder Olivenöl, täglich Nüsse, Hülsenfrüchte statt Wurst, ein- bis zweimal pro Woche Fisch. Ein Glas Rotwein „fürs Herz“ ist keine gute Begründung, denn alkoholische Getränke empfiehlt die DGE nicht. Mehr dazu im Beitrag Alkohol in den Wechseljahren.

Soja und Phytoöstrogene: Lebensmittel oder Präparat?

Was Phytoöstrogene sind

Phytoöstrogene sind Pflanzenstoffe, die an Östrogenrezeptoren binden, allen voran die Isoflavone aus Soja und Rotklee. Ein Teil ihrer möglichen Wirkung soll an Equol hängen, das im Darm aus Soja entsteht; laut The Menopause Society bilden es nur etwa 35 Prozent der Frauen in Nordamerika, einen Test darauf gibt es im Handel nicht. Ob diese Frauen stärker profitieren, ist unklar: In einer kleinen Teilauswertung einer Sojabohnen-Studie zeigte sich kein deutlicher Unterschied.

Soja als Lebensmittel: was du wissen solltest

Sojalebensmittel wie Tofu und Sojadrink kannst du laut Verbraucherzentrale in normalen Mengen bedenkenlos essen, sofern du keine Sojaallergie hast. Bei Birkenpollenallergie können über Kreuzallergien schwere allergische Reaktionen auf sojahaltige Lebensmittel auftreten. Eine vorbeugende Wirkung von Isoflavonen gegen Osteoporose ist laut Verbraucherzentrale nicht ausreichend erwiesen; für die Knochen bleiben Calcium und Vitamin D die Basis.

In einer kleinen US-Studie mit 84 Frauen nach der Menopause sanken mittelschwere bis schwere Hitzewallungen unter fettarmer, veganer Kost mit täglich gekochten Sojabohnen in zwölf Wochen um 88 Prozent, ohne Ernährungsänderung um 34 Prozent. Die Frauen kannten aber ihre Gruppe und nahmen mit Soja im Mittel 3,6 Kilogramm ab; ob Sojabohnen, Kost oder Gewichtsverlust gewirkt haben, bleibt offen. Finanziert hat die Studie das Physicians Committee for Responsible Medicine, dessen Präsident der Erstautor ist.

Isoflavon-Präparate: kurz eingeordnet

Bei Tabletten und Kapseln mit isolierten Isoflavonen ist die Wirkung gegen Hitzewallungen gering und die Studienlage uneinheitlich: Die deutsche S3-Leitlinie sagt, sie „können“ angewendet werden, The Menopause Society empfiehlt Soja-Extrakte nicht. Diese Leitlinie (AWMF 015-062) stammt in ihrer letzten gültigen Fassung von 2020 und war bis Ende 2024 gültig; seit 9. Juni 2026 liegt eine überarbeitete Konsultationsfassung vor, die endgültige Fassung steht noch aus. Für gesunde Frauen nach der Menopause nennt die Verbraucherzentrale höchstens 100 mg am Tag für höchstens zehn Monate; in der Perimenopause rät sie eher ab, und nach hormonabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs oder mit Schilddrüsenhormonen gehört ein Präparat vorher ins ärztliche Gespräch. Studien, Gegenanzeigen und Kennzeichnung findest du ausführlich im Hausmittel-Check zu Isoflavon-Präparaten.

Hitzewallungen und Ernährung: was du ausprobieren kannst

The Menopause Society hat 2023 zahlreiche Ansätze ohne Hormone bewertet, für die Ernährung mit nüchternem Ergebnis:

  • Abnehmen bei Übergewicht wird empfohlen: Frauen mit Adipositas haben häufiger und stärkere Hitzewallungen, die in kleinen Studien mit dem Gewicht zurückgingen, wohl am deutlichsten früh im Übergang.
  • Eine allgemeine Ernährungsumstellung wird mangels Studien nicht empfohlen.
  • Auslöser meiden: Ob der Verzicht auf Alkohol, Koffein oder scharfes Essen hilft, hat keine klinische Studie geprüft.
  • Omega-3-Kapseln werden nicht empfohlen.

Ein Tagebuch über einige Wochen kann zeigen, ob bei dir Kaffee, Wein oder Scharfes Hitzewallungen auslösen. Mehr dazu in Kaffee in den Wechseljahren und im Beitrag über die Auslöser von Hitzewallungen. Stören die Beschwerden Schlaf und Alltag deutlich, lass dich ärztlich beraten, auch zu gut untersuchten Wegen ohne Hormone.

Perimenopause und Postmenopause: was sich je nach Phase verschiebt

In der Perimenopause: Eisen im Blick behalten

Solange du Blutungen hast, empfiehlt die DGE 16 mg Eisen am Tag; in der Perimenopause werden Blutungen oft unregelmäßig und mitunter stärker. Eisen liefern Vollkorn, Fleisch, Gemüse und Hülsenfrüchte; Vitamin C, etwa aus Paprika, verbessert die Aufnahme aus Pflanzen, Kaffee und schwarzer Tee hemmen sie. Sehr starke oder lange Blutungen und Zwischenblutungen lässt du gynäkologisch abklären. Ob ein Eisenmangel entstanden ist, zeigt eine Blutuntersuchung, auch bei ständiger Erschöpfung oder Blässe. Eisentabletten nimmst du besser nicht auf Verdacht.

Nach der Menopause: Knochen, Herz und Muskeln

Nach der Menopause nennt die DGE 14 mg Eisen am Tag. Im Vordergrund stehen nun Calcium und Vitamin D, das mediterrane Essmuster und Eiweiß mit Krafttraining.

Evidenz-Check: was gut belegt ist, was unklar und was nicht

Gut belegt

  • Genug Calcium und Vitamin D für die Knochen (Mangel vermeiden): von der DVO-Leitlinie mit dem höchsten Empfehlungsgrad (A) empfohlen, Präparate nur bei Bedarf.
  • Ein mediterranes Essmuster für Herz und Gefäße, gezeigt in PREDIMED bei älteren Menschen mit hohem Risiko.

Möglich, aber unsicher

  • Isoflavon-Präparate gegen Hitzewallungen nach der Menopause: geringe Wirkung bei uneinheitlicher Studienlage (IQWiG-Auswertung 2025), von The Menopause Society nicht empfohlen.
  • Abnehmen bei Übergewicht gegen Hitzewallungen: empfohlen, aber nur in kleinen Studien untersucht.
  • Fettarme vegane Kost mit Sojabohnen: deutlicher Effekt in einer kleinen, unverblindeten Studie, bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme.

Nicht belegt

  • Lebensmittel, die den Östrogenspiegel anheben.
  • Omega-3-Kapseln oder viel Trinken gegen Hitzewallungen.
  • Leinsamen gegen Hitzewallungen: in einer Metaanalyse mit neun Studien nur eine nicht signifikante Tendenz (S3-Leitlinie 2020).
  • Isoflavone als Schutz vor Osteoporose.
  • „Stoffwechsel-Booster“ gegen einen angeblich eingebrochenen Grundumsatz.

Wann Ernährung nicht reicht: ärztlich abklären

Den Teller nach den DGE-Mengen auszurichten, Eiweiß zu verteilen und Muskeln zu trainieren, kannst du selbst. Ärztlichen Rat brauchst du, wenn:

  • Hitzewallungen oder Schlafstörungen dich trotz Anpassungen deutlich belasten.
  • du ungewollt an Gewicht verlierst.
  • deine Blutungen sehr stark oder sehr lang sind, du Zwischenblutungen hast oder nach der Menopause wieder blutest.
  • du ständig erschöpft, blass oder schnell außer Atem bist.
  • du Isoflavon-Präparate nehmen willst und noch in der Perimenopause bist, Brust- oder Gebärmutterkrebs hattest, solche Fälle in der nahen Familie hast oder Schilddrüsenhormone nimmst.
  • du hochdosiertes Vitamin D oder Calcium-Tabletten erwägst, vor allem bei Nierensteinen.
  • Essen, Kalorienzählen und Gewicht zunehmend deinen Alltag bestimmen. Beratung bietet auch das Telefon zu Essstörungen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter 0221 892031.

Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Häufige Fragen zur Ernährung in den Wechseljahren

Was sollte ich bei Östrogenmangel essen?

Kein Lebensmittel gleicht den Mangel aus. Du kannst aber eine gute Grundlage für Knochen, Herz und Muskeln schaffen: rund 1.000 mg Calcium am Tag, etwa aus Milchprodukten und calciumreichem Mineralwasser, Vitamin D über regelmäßige Zeit im Freien (ohne Sonnenbrand), ein mediterranes Essmuster und Eiweiß in jeder Mahlzeit, kombiniert mit Krafttraining.

Gibt es Lebensmittel, die den Östrogenspiegel erhöhen?

Nein, nicht im Sinne eines Hormonersatzes. Soja, Rotklee und Leinsamen enthalten Phytoöstrogene; bei Isoflavon-Präparaten ist die Wirkung auf Hitzewallungen gering und die Studienlage uneinheitlich, bei Leinsamen ist sie nicht belegt. Bei starken Beschwerden ist eine ärztliche Beratung der bessere Weg.

Muss ich in den Wechseljahren weniger essen?

Etwas weniger, aber nicht viel. Laut DGE brauchen Frauen ab 51 je nach Aktivität rund 100 bis 200 Kilokalorien weniger am Tag; der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß bleibt weitgehend gleich. Crash-Diäten sind keine Lösung, denn Untergewicht gefährdet die Knochen.

Ist Soja in den Wechseljahren gesund oder gefährlich?

Sojalebensmittel wie Tofu und Sojadrink sind laut Verbraucherzentrale in normalen Mengen unbedenklich, sofern du keine Sojaallergie hast; bei Birkenpollenallergie ist wegen möglicher Kreuzreaktionen Vorsicht geboten. Isoflavon-Präparate sind etwas anderes: Für sie gelten Obergrenzen, keine Einnahmeempfehlung. In der Perimenopause raten die Verbraucherzentralen eher ab, nach hormonabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs und mit Schilddrüsenhormonen nur nach ärztlicher Rücksprache.

Kann die richtige Ernährung Hitzewallungen lindern?

Nur begrenzt. Unter den Ernährungsmaßnahmen empfiehlt The Menopause Society nur das Abnehmen bei Übergewicht, gestützt auf kleine Studien. Bei Isoflavon-Präparaten ist die Wirkung gering und die Studienlage uneinheitlich; The Menopause Society empfiehlt Soja-Extrakte deshalb nicht. Erwägst du Präparate, beachte die Obergrenzen und sprich vorher ärztlich darüber.

Brauche ich in den Wechseljahren Nahrungsergänzungsmittel?

Meist nicht pauschal. Calcium deckst du am besten über Lebensmittel, Vitamin D kann bei wenig Sonne oder in Risikogruppen sinnvoll sein. Frei verkäufliche Präparate sollten laut BfR höchstens 800 IE pro Tagesdosis enthalten; mehr nur nach ärztlicher Rücksprache.

Expertenwissen: Warum die Waage in den Wechseljahren täuscht

In der US-Langzeitstudie SWAN stieg das Gewicht schon vor dem Übergang gleichmäßig an, beschleunigte sich zu dessen Beginn nicht und blieb erst ab etwa drei Jahren nach der letzten Periode stabil. Die Körperzusammensetzung veränderte sich dagegen in einem begrenzten Zeitfenster: Ab Beginn der Übergangsphase verdoppelte sich etwa die Fettzunahme, und die fettfreie Masse nahm ab, bis etwa zwei Jahre nach der letzten Periode. Eine stabile Waage kann also verdecken, dass Fett zu- und fettfreie Masse, vor allem Muskeln, abnimmt. Bauchumfang und Kraft sagen mehr als das Gewicht.

Der Fallstrick: Wer mit strengem Kalorienzählen reagiert, verliert auch Muskulatur und riskiert bei Untergewicht die Knochen. Sinnvoller ist es, die Energiezufuhr nur leicht anzupassen, Eiweiß zu verteilen und Muskeln zu trainieren. Weil sich die Veränderungen rund um die letzte Periode abspielen, lohnt es sich gerade dann, auf Muskeln und Bauchumfang zu achten; ob Training in dieser Phase mehr bewirkt als später, ist nicht geklärt.

Wissenschaftliche Quellen

Die Inhalte zur Ernährung in den Wechseljahren stützen sich auf aktuelle medizinische Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten und Informationen von Fachgesellschaften. Stand: Oktober 2026.

Hinweis: Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Bitte lass ungewollten Gewichtsverlust, sehr starke oder lange Blutungen, Zwischenblutungen, jede Blutung nach der Menopause sowie anhaltende Erschöpfung oder Blässe ärztlich abklären. Sprich vor der Einnahme von Isoflavon-Präparaten oder hochdosiertem Vitamin D ärztlich darüber, besonders in der Perimenopause, bei hormonabhängigem Krebs in der Vorgeschichte, bei Schilddrüsenmedikamenten oder Nierensteinen. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen nach dem Essen, etwa bei einer Sojaallergie, ruf sofort die 112.

Passend dazu:

Geschrieben von:

Anna Neumann

Anna Neumann

Gesundheitsjournalistin & Expertin für Frauenwohlbefinden

Anna Neumann

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Anna Neumann

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