Frau um 50 liest mit Lesebrille ein Buch am Tisch – Wechseljahre-Lexikon medizinischer Begriffe

Wechseljahre-Lexikon: Medizinische Begriffe einfach erklärt

Frau um 50 liest mit Lesebrille ein Buch am Tisch – Wechseljahre-Lexikon medizinischer Begriffe
Frau um 50 liest mit Lesebrille ein Buch am Tisch – Wechseljahre-Lexikon medizinischer Begriffe

Gemeinsam schauen wir auf

Wechseljahre-Lexikon: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Klimakterium, Perimenopause, Postmenopause – gleiches Thema, verschiedene Zeitfenster. Die meisten Missverständnisse entstehen, weil diese Wörter im Alltag durcheinandergehen.
  • Hormonnamen verraten, wo dein Körper steht. FSH, LH, Östradiol und Progesteron ergeben erst gemeinsam mit Zyklus und Beschwerden ein Bild.
  • HRT und MHT meinen dieselbe Behandlung. „Hormonersatztherapie“ ist der ältere Begriff, „menopausale Hormontherapie“ der heute in Leitlinien bevorzugte.
  • Manche Fachwörter klingen bedrohlicher, als sie sind. Atrophie, Osteopenie oder Sarkopenie beschreiben Veränderungen, die sich oft gut beeinflussen lassen – kein unabwendbares Schicksal.
  • Ein Lexikon ordnet ein, es diagnostiziert nicht. Ein nachgeschlagener Begriff aus dem Arztbrief ist ein guter Start für die nächste Frage in der Praxis.

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Wechseljahre-Lexikon von A bis Z: So findest du dich zurecht

Du sitzt mit einem Laborzettel in der Hand und liest „FSH erhöht“. Oder im Arztbrief steht „genitourinäres Syndrom“, und du weißt nicht, ob du dir Sorgen machen musst. Genau für solche Momente ist dieses Wechseljahre-Lexikon gedacht: Es erklärt die wichtigsten medizinischen Begriffe rund um Perimenopause, Menopause und Postmenopause in kurzen, verständlichen Definitionen.

Fast jede Frau trifft in dieser Phase auf Vokabular, das sie nie gelernt hat. Sprache bedeutet dabei Handlungsfähigkeit: Wer die Begriffe kennt, kann Fragen stellen und mitentscheiden.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert; wo es einen ausführlichen Beitrag gibt, findest du den Link dorthin. Welche Beschwerden überhaupt in diese Phase gehören, zeigt die Übersicht aller Wechseljahre-Symptome. Den zeitlichen Rahmen erklärt der Beitrag zu den vier Phasen der Wechseljahre.

A bis C: Von Amenorrhoe bis Cortisol

Amenorrhoe

Das Ausbleiben der Regelblutung über mehrere Monate – in den Wechseljahren das entscheidende Kriterium: Erst nach zwölf blutungsfreien Monaten gilt die Menopause rückblickend als erreicht. Auch Schilddrüsenstörungen oder eine Schwangerschaft können dahinterstecken.

Androgene

Sammelbegriff für Hormone, die als „männlich“ gelten, die aber auch der weibliche Körper bildet – vor allem Testosteron und DHEA. Sie sinken langsam mit dem Alter, nicht abrupt wie Östrogen. Mehr unter Testosteron bei der Frau.

Anti-Müller-Hormon (AMH)

Ein Hormon aus den Eibläschen, das etwas über die verbleibende Eizellreserve aussagt. Es wird vor allem in der Kinderwunschmedizin genutzt und ist zur Feststellung der Wechseljahre nicht geeignet.

Atrophie

Rückbildung oder Verdünnung von Gewebe. Bei vaginaler Atrophie wird die Schleimhaut durch Östrogenmangel dünner und schlechter durchblutet – das Wort klingt dramatischer als es gemeint ist, denn die Beschwerden sind gut behandelbar: Scheidentrockenheit.

Bioidentische Hormone

Hormone, die chemisch mit den körpereigenen identisch sind, etwa Östradiol und mikronisiertes Progesteron. Der Begriff sagt nichts über Sicherheit aus: Individuell gemischte Apotheken-Rezepturen sind – anders als zugelassene Fertigarzneimittel – nicht auf Dosiergenauigkeit geprüft. Siehe Faktencheck bioidentische Hormone.

Cortisol

Das wichtigste Stresshormon, gebildet in der Nebennierenrinde, mit hohen Werten morgens und niedrigen abends. Dauerstress kann diesen Rhythmus verschieben und Schlaf, Stimmung und Gewicht beeinflussen: Cortisol in den Wechseljahren.

D bis F: Von Dyspareunie bis FSH

Dyspareunie

Der medizinische Ausdruck für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. In den Wechseljahren steckt meist eine trockene, empfindlichere Schleimhaut dahinter. Weil viele Frauen das Thema nicht ansprechen, bleibt es oft unbehandelt: Schmerzen beim Sex.

Endometrium

Die Gebärmutterschleimhaut. Sie wird durch Östrogen aufgebaut und durch Progesteron gegengesteuert. Deshalb enthält eine Hormontherapie bei noch vorhandener Gebärmutter immer zusätzlich ein Gestagen: Es schützt das Endometrium vor unkontrolliertem Wachstum.

Fatigue

Eine tiefe, anhaltende Erschöpfung, die sich durch Schlaf allein nicht beheben lässt und körperlich wie mental spürbar ist – etwas anderes als normale Müdigkeit. Woran das liegt, steht unter Müdigkeit und Erschöpfung in den Wechseljahren.

Fezolinetant

Ein nicht-hormoneller Wirkstoff (NK3-Rezeptor-Antagonist), der im Gehirn am Temperaturzentrum ansetzt. Er ist in der EU seit Ende 2023 für mittelschwere bis schwere Hitzewallungen zugelassen, verschreibungspflichtig und erfordert Kontrollen der Leberwerte. Einordnung unter Wechseljahre ohne Hormone.

Follikel

Die Eibläschen in den Eierstöcken, in denen Eizellen reifen; ihre Zahl nimmt ab der Geburt kontinuierlich ab. Wenn zu wenige übrig sind und diese schlechter auf Hormonsignale reagieren, wird der Zyklus unregelmäßig – der eigentliche Motor der Perimenopause.

FSH (follikelstimulierendes Hormon)

Ein Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse, das die Eibläschen zum Reifen anregt. Reagieren die Eierstöcke schwächer, steigt FSH an. In der Perimenopause schwankt der Wert stark, ein einzelner Messwert sagt daher wenig aus: FSH- und Östradiol-Werte verständlich erklärt.

G bis K: Von GSM bis Knochendichtemessung

Genitourinäres Syndrom der Menopause (GSM)

Sammelbegriff für Beschwerden an Scheide, Schamlippen, Harnröhre und Blase infolge des Östrogenmangels: Trockenheit, Brennen, Harndrang, wiederkehrende Blasenentzündungen. Der Begriff hat „vulvovaginale Atrophie“ ersetzt, weil er die Blase einbezieht: Reizblase und Blasenentzündung.

Gestagen

Oberbegriff für Progesteron und seine synthetischen Verwandten. In der Hormontherapie ist das Gestagen der Partner des Östrogens und schützt die Gebärmutterschleimhaut. Die Wahl des Gestagens beeinflusst Verträglichkeit und Risikoprofil.

Hitzewallung

Eine plötzlich aufsteigende Hitzewelle, oft mit Schwitzen, Herzklopfen und anschließendem Frieren. Ursache ist ein verschobener Temperatur-Regelbereich im Gehirn, nicht ein „zu warmer“ Körper: Hitzewallungen verstehen.

Hormontherapie (HRT / MHT)

Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden mit Östrogen, meist kombiniert mit einem Gestagen. „MHT“ (menopausale Hormontherapie) ist heute der bevorzugte Begriff, weil nichts „ersetzt“, sondern gezielt behandelt wird. Nutzen und Risiken hängen stark von Alter und Startzeitpunkt ab: Hormonersatztherapie erklärt.

Hysterektomie

Die operative Entfernung der Gebärmutter. Die Periode fällt weg, die Wechseljahre kommen aber – wenn die Eierstöcke bleiben – zum natürlichen Zeitpunkt. Werden beide Eierstöcke mitentfernt, setzt die Menopause sofort und meist mit stärkeren Beschwerden ein.

Insulinresistenz

Ein Zustand, in dem die Zellen schlechter auf Insulin reagieren, sodass mehr davon nötig ist. Sie begünstigt Bauchfett, Heißhunger und langfristig Typ-2-Diabetes: Insulinresistenz in den Wechseljahren.

Klimakterium

Der Fachbegriff für die Wechseljahre als Gesamtphase – vom Beginn der Zyklusveränderungen bis in die Jahre nach der letzten Blutung. „Klimakterisches Syndrom“ bezeichnet die Gesamtheit der Beschwerden.

Knochendichtemessung (DXA)

Ein Röntgenverfahren mit sehr niedriger Strahlendosis, das die Knochendichte an Hüfte und Lendenwirbelsäule misst. Das Ergebnis wird als T-Score angegeben. Wann die Messung sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin – Hintergründe unter Osteoporose in den Wechseljahren.

L bis O: Von LH bis Off-Label-Use

LH (luteinisierendes Hormon)

Ein zweites Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse, das den Eisprung auslöst. Wie FSH steigt es an, wenn die Eierstöcke weniger reagieren. Für die Einordnung der Wechseljahre spielt es eine geringere Rolle als FSH.

Libido

Das sexuelle Verlangen. Es hängt nicht nur an Hormonen, sondern auch an Schlaf, Stress, Selbstbild, Beschwerden beim Sex und der Beziehungssituation – deshalb greift „das sind die Hormone“ oft zu kurz: Libidoverlust in den Wechseljahren.

Lokale Östrogentherapie

Niedrig dosiertes Östrogen als Creme, Zäpfchen, Tablette oder Ring, direkt in der Scheide angewendet. Es wirkt vor Ort und gelangt kaum in den Blutkreislauf – anders als eine systemische Hormontherapie und oft auch dann möglich, wenn diese nicht infrage kommt.

Menopause

Streng genommen kein Zeitraum, sondern ein Zeitpunkt: die letzte Regelblutung, rückblickend nach zwölf blutungsfreien Monaten festgestellt. In Deutschland liegt sie im Durchschnitt bei etwa 51 Jahren. Die Abgrenzung zu den anderen Phasen erklärt Die 4 Phasen der Wechseljahre.

Östradiol (E2)

Die wirksamste natürliche Östrogenform und das Leithormon der fruchtbaren Jahre. Es beeinflusst nicht nur Zyklus und Schleimhäute, sondern auch Knochen, Gefäße, Haut und Gehirn: Östrogen – Funktion und Wirkung.

Östriol (E3)

Ein deutlich schwächer wirksames Östrogen. Es wird vor allem lokal an der Scheidenschleimhaut eingesetzt, weil es dort wirkt, ohne den Körper systemisch stark zu beeinflussen.

Osteopenie und Osteoporose

Zwei Stufen derselben Entwicklung: Osteopenie meint eine verminderte Knochendichte, Osteoporose eine so weit fortgeschrittene Minderung, dass das Bruchrisiko deutlich erhöht ist. Weil Östrogen den Knochenabbau bremst, beschleunigt sich der Verlust nach der Menopause.

Off-Label-Use

Der Einsatz eines Medikaments außerhalb der offiziell zugelassenen Anwendung. Beispiel: Testosteronpräparate sind in Deutschland nicht für Frauen zugelassen und werden bei entsprechender Indikation off label verordnet. Das ist erlaubt, muss aber ärztlich begründet, aufgeklärt und begleitet werden.

P bis R: Von Perimenopause bis Rezeptor

Perimenopause

Die Übergangsphase rund um die Menopause, in der die Zyklen unregelmäßig werden und die Hormonspiegel am stärksten schwanken. Sie beginnt bei vielen Frauen Mitte vierzig und dauert häufig vier bis zehn Jahre: Perimenopause – die ersten Anzeichen deuten.

Phytoöstrogene

Pflanzenstoffe mit schwach östrogenähnlicher Struktur, etwa Isoflavone aus Soja und Rotklee. Die Studienlage ist gemischt: Manche Frauen berichten von Erleichterung bei Hitzewallungen, ein durchgängiger Effekt ist nicht belegt. Ehrliche Einordnung unter Pflanzliche Hormone.

POI (prämature Ovarialinsuffizienz)

Das Erlöschen der Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr, früher „vorzeitige Menopause“ genannt; betroffen ist etwa eine von hundert Frauen. Weil der Östrogenmangel Jahre früher einsetzt, ist ärztliche Betreuung besonders wichtig: Vorzeitige Wechseljahre.

Postmenopause

Die Jahre nach der letzten Regelblutung, in denen die Hormonspiegel dauerhaft niedrig bleiben. Hitzewallungen lassen bei vielen Frauen mit der Zeit nach, während Beschwerden an Scheide und Blase eher zunehmen können.

Prämenopause

Die Jahre vor der Perimenopause, in denen der Zyklus noch weitgehend regelmäßig ist, sich im Hintergrund aber schon verschiebt – häufig sinkt Progesteron zuerst. Viele Frauen merken vor allem verstärktes PMS.

Progesteron

Das Hormon der zweiten Zyklushälfte, das nach dem Eisprung gebildet wird. Es wirkt beruhigend auf das Nervensystem und schützt die Gebärmutterschleimhaut. Weil Eisprünge in der Perimenopause seltener werden, sinkt es oft als erstes: Progesteron in der Perimenopause.

Rezeptor

Eine Andockstelle an oder in der Zelle, über die ein Hormon wirkt. Östrogenrezeptoren sitzen nicht nur in Gebärmutter und Brust, sondern auch in Knochen, Gefäßen, Haut, Blase und Gehirn – das erklärt, warum Östrogenmangel an so vielen Stellen gleichzeitig spürbar wird.

S bis Z: Von Sarkopenie bis Zyklusveränderungen

Sarkopenie

Der altersbedingte Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft, der sich in der Lebensmitte beschleunigt. Weniger Muskeln bedeuten geringeren Grundumsatz, weniger Stabilität und ein höheres Sturzrisiko. Wirksamster Gegenspieler ist gezieltes Training: Krafttraining in den Wechseljahren.

SERM (selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren)

Verschreibungspflichtige Wirkstoffe, die am Östrogenrezeptor je nach Gewebe östrogenartig oder blockierend wirken – zum Beispiel Raloxifen oder Ospemifen. Sie kommen bei speziellen Fragestellungen wie Osteoporose infrage.

SHBG (sexualhormonbindendes Globulin)

Ein Transportprotein im Blut, das Östrogen und Testosteron bindet; nur der ungebundene Anteil ist biologisch aktiv. Steigt SHBG – etwa unter Östrogentabletten –, sinkt der frei verfügbare Testosteronanteil.

STRAW+10

Die international gebräuchliche Stadien-Einteilung der Wechseljahre („Stages of Reproductive Aging Workshop“). Sie beschreibt anhand von Zyklusmuster und Hormonwerten, in welchem Abschnitt des Übergangs eine Frau steht – Grundlage der Einteilung in Prä-, Peri- und Postmenopause.

Testosteron

Auch der weibliche Körper produziert Testosteron, in Eierstöcken und Nebennieren, wo es für Libido, Muskulatur und Energie eine Rolle spielt. Ein Einsatz bei Frauen ist in Deutschland nur off label möglich und gehört in erfahrene ärztliche Hände.

Transdermal

Bedeutet „durch die Haut“ und beschreibt Gele, Sprays und Pflaster. Weil der Wirkstoff die Leber nicht als Erstes passiert, unterscheidet sich das Risikoprofil von Tabletten – besonders beim Thrombose-Risiko: Darreichungsformen im Vergleich.

Vasomotorische Symptome (VMS)

Der Fachbegriff für Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche; „vasomotorisch“ verweist auf die beteiligte Weitstellung der Blutgefäße. In Leitlinien und Studien ist VMS die übliche Abkürzung, wenn es um die Wirksamkeit von Behandlungen geht.

WHI (Women’s Health Initiative)

Eine große US-Studie, deren erste Auswertung 2002 weltweit für Verunsicherung über die Hormontherapie sorgte. Spätere Auswertungen zeigten, dass Alter und Startzeitpunkt entscheidend sind: Bei Frauen unter 60 fällt die Nutzen-Risiko-Bilanz anders aus als in der ursprünglichen, deutlich älteren Studiengruppe.

Zyklusveränderungen

Das früheste und zuverlässigste Anzeichen der Perimenopause: kürzere oder längere Abstände, stärkere oder schwächere Blutungen, ausgelassene Zyklen. Ungewöhnlich starke Blutungen, Zwischenblutungen und jede Blutung nach der Menopause gehören immer ärztlich abgeklärt.

Wechseljahre-Lexikon im Arztgespräch: Begriffe, die weiterhelfen

Fachwörter helfen dir, präziser zu beschreiben, was du erlebst – und verkürzen den Weg zur passenden Unterstützung.

Beschwerden benennen statt umschreiben

„Vasomotorische Symptome, vor allem nachts, etwa achtmal pro Nacht“ bringt eine Ärztin schneller zum Kern als „mir ist oft warm“. Eine strukturierte Vorbereitung hilft zusätzlich: Checkliste für den Arztbesuch.

Laborwerte richtig einordnen

Ein einzelner FSH-Wert beweist in der Perimenopause wenig, weil er von Woche zu Woche schwanken kann. Leitlinien betonen deshalb, dass die Diagnose in dieser Lebensphase vor allem klinisch gestellt wird – über Alter, Zyklusmuster und Beschwerden. Blutwerte sind eine Ergänzung, kein Urteil.

Nach Behandlungsoptionen fragen

Wer weiß, dass es systemische und lokale Hormontherapien, verschiedene Darreichungsformen und auch nicht-hormonelle Wirkstoffe gibt, kann gezielter nachfragen. Für eine erste Orientierung gibt es unseren Wechseljahre-Selbsttest – eine Diagnose ersetzt er nicht.

Häufige Fragen zum Wechseljahre-Lexikon

Was ist der Unterschied zwischen Klimakterium und Menopause?

Klimakterium ist der Fachbegriff für die gesamte Umstellungsphase, also die Jahre vor und nach der letzten Blutung. Die Menopause dagegen ist nur ein Zeitpunkt: die letzte Regelblutung, rückblickend nach zwölf blutungsfreien Monaten festgestellt. Im Alltag werden beide Wörter oft synonym verwendet, medizinisch bezeichnen sie Unterschiedliches.

Bedeuten HRT und MHT dasselbe?

Ja, beide Abkürzungen bezeichnen die Hormonbehandlung von Wechseljahresbeschwerden. HRT steht für „Hormonersatztherapie“, MHT für „menopausale Hormontherapie“. Leitlinien bevorzugen heute MHT, weil nicht etwas „ersetzt“, sondern eine Beschwerdesituation gezielt behandelt wird.

Welche Hormonwerte sind in den Wechseljahren aussagekräftig?

Am häufigsten werden FSH und Östradiol bestimmt, teils auch Schilddrüsenwerte zur Abgrenzung. In der Perimenopause schwanken diese Werte stark, weshalb ein einzelner Messwert nur begrenzt aussagt. Die Einordnung erfolgt vor allem über Alter, Zyklusverlauf und Beschwerden – was in deinem Fall sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Ärztin.

Ist „vaginale Atrophie“ dasselbe wie das genitourinäre Syndrom?

Nicht ganz. Vaginale Atrophie beschreibt nur die Veränderung der Scheidenschleimhaut. Das genitourinäre Syndrom der Menopause (GSM) ist der weitere, heute gebräuchlichere Begriff und umfasst zusätzlich Beschwerden an Harnröhre und Blase wie Harndrang oder wiederkehrende Blasenentzündungen.

Warum tauchen in diesem Wechseljahre-Lexikon englische Begriffe auf?

Weil ein großer Teil der Forschung und der internationalen Leitlinien auf Englisch veröffentlicht wird. Wörter wie „Fatigue“ oder „Brain Fog“ haben sich deshalb auch im Deutschen etabliert, weil eine treffende Entsprechung fehlt. Wir erklären sie hier mit, damit du sie in Arztbriefen und Studien wiedererkennst.

Expertenwissen: Warum sich die Wechseljahres-Begriffe verändern

Medizinische Sprache ist nicht statisch – rund um die Wechseljahre hat sich in zwei Jahrzehnten viel bewegt. Aus „vulvovaginaler Atrophie“ wurde das „genitourinäre Syndrom der Menopause“, weil Harnröhre und Blase zum gleichen östrogenabhängigen Gewebeverbund gehören. Aus „Hormonersatztherapie“ wurde die „menopausale Hormontherapie“, weil der Ersatzgedanke ein auszugleichendes Defizit suggeriert – während es um die Behandlung konkreter Beschwerden geht. Und aus „vorzeitiger Menopause“ wurde die „prämature Ovarialinsuffizienz“, weil der Zustand bei jungen Frauen nicht immer endgültig ist.

Diese Verschiebungen sind mehr als Kosmetik. Sie spiegeln, wie sich das Verständnis dieser Lebensphase gewandelt hat: von einem „Mangelzustand“, der ausgeglichen wird, zu einem normalen Übergang, dessen Beschwerden individuell behandelt werden. Gleichzeitig erklären sie, warum du in älteren Broschüren und aktuellen Leitlinien für dieselbe Sache unterschiedliche Wörter findest.

Für dich heißt das praktisch: Lass dich von einem fremden Fachwort nicht einschüchtern, sondern frage nach, was genau gemeint ist – eine gute Ärztin erklärt es gern. Ein unbekannter Begriff im Befund ist kein Grund zur Sorge, sondern der Anlass für die nächste konkrete Frage im Sprechzimmer.

Wissenschaftliche Quellen

Die Begriffsdefinitionen in diesem Wechseljahre-Lexikon stützen sich auf aktuelle medizinische Leitlinien, etablierte Fachgesellschaften und behördliche Informationen. Stand: August 2026.

  • AWMF S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen“ (Reg.-Nr. 015-062), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Fact Sheet „Menopause“ (2024).
  • IQWiG / gesundheitsinformation.de: Verbraucherinformationen zu Wechseljahrsbeschwerden und zur Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden.
  • Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Öffentlicher Beurteilungsbericht (EPAR) zu Veoza (Fezolinetant).
  • Dachverband Osteologie (DVO): Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. – Frauenärzte im Netz: Patienteninformationen zu Wechseljahren und Klimakterium.
  • The Menopause Society (ehemals NAMS): Position Statements zur Hormontherapie und zum genitourinären Syndrom der Menopause.

Hinweis: Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Er erklärt Begriffe und stellt keine Diagnose. Beschwerden, ungewöhnliche Blutungen, jede Blutung nach der Menopause sowie Fragen zu Diagnostik und Therapie – einschließlich einer möglichen Hormontherapie oder eines Off-Label-Einsatzes von Medikamenten – gehören immer in ärztliche Hände. In einer akuten gesundheitlichen Notlage wähle den Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

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Geschrieben von:

Anna Neumann

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Gesundheitsjournalistin & Expertin für Frauenwohlbefinden

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